
By Melvin van Esch, Co-founder, Intercompany Solutions
Published Jan 22, 2018 · Last reviewed 19 February 2024
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Die niederländische Zeitung „Het Financiële Dagblad“ (The Financial Daily) hat kürzlich eine Untersuchung durchgeführt, die zeigt, dass der durchschnittliche Betrag, den große EU-Unternehmen an Körperschaftsteuer zahlen, 23,3 Prozent ihres Gewinns entspricht. Die Autoren analysierten die Steuerverbindlichkeiten von 25 Unternehmen, den größten an der Amsterdamer Börse, darunter Unilever, Heineken, ING Group und Philips, und überprüften die Körperschaftsteuern, die sie in verschiedenen europäischen Ländern zahlen.
Die Analyse zeigte, dass sich die Körperschaftsteuersätze zwischen den EU-Ländern erheblich unterscheiden. Während maltesische, französische und belgische Unternehmen zwischen 33 und 35 Prozent Steuer auf ihr Unternehmenseinkommen zahlen, belaufen sich die Verbindlichkeiten bulgarischer, litauischer, lettischer und irischer Unternehmen auf 10 bis 15 Prozent. Einige Länder außerhalb der Europäischen Union, z. B. die Vereinigten Arabischen Emirate, Guernsey und die Kaimaninseln, erheben keine Steuern auf Unternehmenseinkommen. Laut der Zeitung gilt der höchste Körperschaftsteuersatz (55 Prozent) für Unternehmen der Gas- und Ölindustrie in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Top 5 der steuerfreundlichsten Länder in der EU
Die Forschungsergebnisse zeigen, dass die fünf besten Niedrigsteuer-Ziele für große Unternehmen in der Europäischen Union wie folgt aussehen:
1. Bulgarien
Seit geraumer Zeit ist das Land für seine günstige Steuerpolitik beliebt. Der pauschale Körperschaftsteuersatz ist der niedrigste in der Europäischen Union und ist auf 10 Prozent festgelegt. Das persönliche Einkommen wird mit demselben Satz besteuert. Darüber hinaus zieht Bulgarien Unternehmer mit seiner strategischen Lage, einer entwickelten Geschäftsinfrastruktur und niedrigen Arbeitskosten an. Lesen Sie hier mehr über bulgarische Gesellschaftsformen.
2. Irland
Der normale Körperschaftsteuersatz im Land beträgt 12,5 Prozent auf Einkünfte aus dem Handel und 25 Prozent auf Einkünfte aus anderen Quellen. Das lokale Steuersystem ist ein gutes Beispiel für die Förderung des Wettbewerbs und die Ankurbelung von Investitionen. Die Steuer auf das persönliche Einkommen ist progressiv im Bereich von 20 bis 40 Prozent.
3. Die Niederlande - Die westeuropäische Alternative mit einem soliden Ruf
Die Niederlande belegen mit einer Körperschaftsteuer von 19 Prozent einen ansehnlichen 6. Platz. (Der niederländische Körperschaftsteuersatz wurde im Jahr 2021 gesenkt). Die Niederlande sind als globales Handelszentrum mit einer internationalen Belegschaft bekannt, von der 93 % fließend Englisch sprechen. Der Ruf des Landes in Kombination mit seinen Doppelbesteuerungsabkommen hat dazu geführt, dass die größten Unternehmen der Welt ihren Hauptsitz in den Niederlanden errichtet haben. Zu diesen Unternehmen gehören Apple, Starbucks, Google und viele andere Fortune-500-Unternehmen.
Die Niederlande senken den Körperschaftsteuersatz in den kommenden Jahren.
Lesen Sie mehr über die Körperschaftsteuer in den Niederlanden.
4. Lettland
Das Land erhebt die Körperschaftsteuer mit einem Pauschalsatz von 15 Prozent. Im Januar 2017 wurde ein niedrigerer Satz von 12 Prozent für Kleinstunternehmen eingeführt, um Unternehmen mit geringem Umsatz zu unterstützen, die bestimmte Anforderungen erfüllen. Lettland zieht Investoren auch durch seine qualifizierten Arbeitskräfte und seine entwickelte Transportinfrastruktur an. Die beliebtesten Investitionsbereiche sind Logistik, Transport, IT, Lebenswissenschaften, erneuerbare Energien und Holzverarbeitung. Die Steuer auf das persönliche Einkommen beträgt 23 Prozent.
5. Litauen
Ein pauschaler Steuersatz von 15 Prozent gilt sowohl für das im Land erwirtschaftete Unternehmens- als auch für das persönliche Einkommen. Litauen gilt als der am zweitweitesten begünstigte europäische Staat für Investoren. Außerdem gehört seine Wirtschaft in Europa zu den Top 5 für schnelles Wachstum. Litauen ist beliebt für seinen F&E-Sektor, seine hervorragende digitale Infrastruktur, niedrige Arbeitskosten und qualifizierte Fachkräfte.
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Quellen
- Wet op de vennootschapsbelasting 1969 (wetten.overheid.nl)
- Officiele bekendmakingen - Offizielles niederländisches Regierungsblatt
- AFM - Niederländische Behörde für die Finanzmärkte
- OECD - Verrechnungspreise und internationale Steuerrichtlinien
- PwC Netherlands - Einblicke und Publikationen zum Steuerrecht
- Hoge Raad 2025, Zinsabzugsbeschränkungen (Art. 10a Vpb) (ECLI:NL:HR:2025:1250)
- Hoge Raad 2025, steuerliche Einheit und Verlustverrechnung (ECLI:NL:HR:2025:1957)
- PwC Worldwide Tax Summaries - Niederlande
- EuGH, die dänischen Fälle zum wirtschaftlichen Eigentümer bei Missbrauch (C-116/16)
- Belastingdienst - Körperschaftsteuersätze (19 % bis zu 200.000 EUR und 25,8 % darüber)
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