
By Melvin van Esch, Co-founder, Intercompany Solutions
Published Dec 04, 2017 · Last reviewed 19 February 2024
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Kapitalerträge aus Transaktionen mit Kryptowährungen wie Bitcoin werden in Ländern weltweit zunehmend steuerpflichtig. Daher sind Steuerzahler verpflichtet, Kryptowährungstransaktionen in ihren jährlichen Steuererklärungen anzugeben. Die Nichteinhaltung kann zu schweren Strafen führen. Dies wirft die Frage auf, ob die Steuerbehörden in der Lage sind, Eigentümer von Kryptowährungen angemessen zu identifizieren, um die Steuerschulden einzutreiben.
Das Problem der Anonymität
Das Hauptproblem im Zusammenhang mit der Besteuerung von Kryptowährungen ist ihre Rückverfolgbarkeit: Virtuelles Geld wird im Internet oft in vollständiger Anonymität erworben, ausgegeben und gehandelt. Darüber hinaus bieten zusätzliche Anonymisierungstechniken, z. B. private Netzwerke für den virtuellen Handel und Mixing-Dienste, Schutz für persönliche Daten, was Transaktionen praktisch unverfolgbar macht.
Die Suche nach Lösungen
Einige Länder ergreifen Maßnahmen zur Identifizierung von Kryptowährungseigentümern, um das Anonymitätsproblem zu lösen. Der folgende Text behandelt die von China ergriffenen Maßnahmen, wo die meisten Bitcoin-Transaktionen abgewickelt werden (95 Prozent des weltweiten Handels im Jahr 2017).
Mit dem Ziel, rechtswidrige Bitcoin-Transaktionen zu bekämpfen, hat die chinesische Regierung kürzlich Vorschriften erlassen, die lokale Börsen und Händler verpflichten, der neuen Politik der zentralen Nationalbank mit einer obligatorischen Überprüfung persönlicher Kontodaten zu folgen. Bitcoin-Nutzer sind daher offiziell verpflichtet, bestimmte Informationen über ihre Transaktionen bereitzustellen, einschließlich Anmeldedaten, Kontoinformationen, Beschreibung der Finanzierungsquellen und Transaktionshistorie. Diese Vorschriften ermöglichen es den chinesischen Behörden, mehr Details über Personen zu sammeln, die Kryptowährungen wie Bitcoin tauschen, um deren Kapitalquellen zu ermitteln und das Risiko illegaler Handlungen mit virtuellem Geld zu verringern.
Überwachung des Internetverkehrs
Einige Länder verfügen nicht über umfassende Strategien und Richtlinien, um Bitcoin-Händler zur Einhaltung der entsprechenden Steuerschulden zu bewegen und Geldwäsche mit virtuellen Währungen zu stoppen. Daher verlassen sich die lokalen Behörden darauf, dass die Menschen ihre Einkünfte aus Bitcoin-Transaktionen freiwillig melden, indem sie diese in ihre jährlichen Steuererklärungen aufnehmen. Dies ist beispielsweise bei Steuerzahlern in den USA der Fall, die verpflichtet sind, Aufzeichnungen über Kryptowährungstransaktionen zu führen und jegliches erzielte Einkommen zu melden. Bislang ist die Meldequote jedoch vergleichsweise gering. In den USA meldeten beispielsweise im Jahr 2015 nur 802 Personen ihre Einkünfte aus Kryptowährungstransaktionen in ihren jährlichen Steuererklärungen.
Wenn die Erwartung einer freiwilligen Meldung nicht erfüllt wird, können staatliche Organisationen darauf zurückgreifen, den Internetverkehr abzufangen, um Bitcoin-Nutzer zu identifizieren, die an Kryptowährungstransaktionen beteiligt sind. Diese Methode funktioniert besonders dann, wenn Nutzer:
persönliche Daten wie Name/Bitcoin-Adresse online angeben;
Bitcoins in andere Währungen tauschen. Der Währungsumtausch erfordert oft eine Identitätsprüfung, wie etwa Kopien von Personaldokumenten und Kontoauszügen. Daher könnten diese Transaktionen genutzt werden, um den Bitcoin-Verkehr in beide Richtungen zu verfolgen: ausgehend und eingehend;
Bitcoins als Zahlungsmittel verwenden. Der Online-Kauf von Dienstleistungen und Waren erfordert meist Kontaktdaten, z. B. eine Lieferadresse (wenn die Lieferung nicht digital erfolgt). Daher können die Finanzbehörden die Empfänger dieser Waren identifizieren; und
Bitcoin-Wallets ohne Optionen zur Maskierung der IP-Adresse verwenden.
Fazit
Wie oben beschrieben, wirft die anonyme Nutzung von virtuellem Geld viele Fragen im Zusammenhang mit der Steuererhebung auf. Immer mehr Länder ergreifen schrittweise Maßnahmen, um dieses Problem zu lösen. Nachdem die chinesische Regierung spezifische Vorschriften durchgesetzt hatte, arbeiteten das EU-Parlament und der Rat im Jahr 2017 einen Vorschlag aus, der darauf abzielt, Eigentümer von Kryptowährungen zu identifizieren. In dem Dokument wird festgestellt, dass die zuständigen Behörden virtuelle Währungen überwachen müssen, da Anonymität ein Hindernis und kein Vorteil für die Gemeinschaft darstellt.
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Quellen
- AFM - Niederländische Finanzmarktaufsicht
- De Nederlandsche Bank (DNB)
- OECD - Verrechnungspreise und internationale Steuerrichtlinien
- Wet op de vennootschapsbelasting 1969 (wetten.overheid.nl)
- PwC Niederlande - Einblicke und Publikationen zum Steuerrecht
- Hoge Raad 2025, Krypto-Vermögenswerte in Box 3 (ECLI:NL:HR:2025:683)
- Hoge Raad 2021, Bitcoin-Handel und -Mining für die MwSt. (ECLI:NL:HR:2021:294)
- Wet inkomstenbelasting 2001 (wetten.overheid.nl)
- KPMG Niederlande - Steuerberatung und Einblicke
- EuGH, Hedqvist zu Bitcoin-Umtausch und MwSt. (C-264/14)
- Belastingdienst - Körperschaftssteuersätze (19 % bis zu 200.000 EUR und 25,8 % darüber)
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