Niederländisches Unternehmen / Niederlande

Einen Online-Shop in den Niederlanden gründen (Leitfaden)

Melvin van Esch · Jul 03, 2018 · Zuletzt geprüft:

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Melvin van Esch, Co-founder of Intercompany Solutions

By Melvin van Esch, Co-founder, Intercompany Solutions

Published Jul 03, 2018 · Last reviewed 19 February 2024

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Der Online-Verkauf von Dienstleistungen oder Produkten erfordert mehr als nur die Erstellung einer Website. Zunächst müssen Sie ein Unternehmen im Handelsregister der niederländischen Handelskammer (KvK) eintragen und einen Namen für Ihre Domain wählen, anschließend Finanzunterlagen führen und Zahlungen für die Einkommensteuer sowie die Mehrwertsteuer (BTW) leisten. Die Gründung eines Online-Shops in den Niederlanden erfordert die Einhaltung verschiedener Vorschriften und Regeln, einschließlich spezieller Anforderungen für den Online-Verkauf. Dieser Leitfaden hilft Ihnen zu verstehen, welche Pflichten Sie haben. Für weitere Informationen und rechtliche Unterstützung wenden Sie sich bitte an unsere Gründungsberater.

Tipp: Für ausländische Unternehmer und Personen ohne Wohnsitz in den Niederlanden ist eine niederländische BV die logischere Wahl.

Gilt Ihr Online-Shop als echtes Unternehmen?

Bis zu einem gewissen Punkt kann ein Online-Shop lediglich ein Hobby sein, aber ab wann wird er zu einem echten Unternehmen? Die Handelskammer und die Belastingdienst haben die folgenden sieben Kriterien festgelegt:

  1. Unabhängigkeit;
  2. Rentabilität;
  3. Kapital;
  4. Unternehmensgröße (in Geld und Zeit);
  5. Unternehmerrisiko;
  6. Kunden;
  7. Haftung.

Registrierung im niederländischen Handelsregister und bei der Belastingdienst

Alle neuen Unternehmen müssen im niederländischen Handelsregister eingetragen werden. Wenn es sich bei Ihrer Unternehmensform um eine Genossenschaft oder ein Einzelunternehmen (eenmanszaak) handelt, erhalten Sie eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer und Ihre Daten werden an die Belastingdienst weitergeleitet, sodass Sie dort kein separates Registrierungsverfahren durchlaufen müssen. Vereine und Gesellschaften mit beschränkter Haftung müssen separat registriert werden. Weitere Informationen finden Sie in den Artikeln über Rechtsformen.

Registrieren Sie den Namen Ihrer Domain (Internetadresse)

Um eine Domain zu erwerben und zu registrieren, müssen Sie deren Namen bei einem Registrar reservieren. Der Name sollte einzigartig sein und unter Berücksichtigung von Handelsnamen, Marken und Urheberrechten anderer Unternehmen gewählt werden. Der Registrar leitet Ihre Anfrage an die für die Verwaltung von Domainnamen zuständige Institution weiter.

Falls Sie einen Designer mit der Erstellung Ihres Online-Shops beauftragt haben, dürfen Sie diesen nur dann selbst ändern, wenn Sie das Urheberrecht besitzen. Am besten ist es, wenn der Designer einer Übertragung bzw. einem Verzicht auf seine Rechte zustimmt. Eine weitere Option ist der Erwerb einer Lizenz zur Nutzung des Online-Shops.

E-Commerce-Plattformen von Drittanbietern

Vielleicht möchten Sie E-Commerce-Portale von Drittanbietern wie Amazon Niederlande, Bol.com (der größte Online-Händler in den Niederlanden), Ebay (Marktplaats in den Niederlanden) oder Shopify nutzen. Für Bol.com und Amazon haben wir einen ausführlicheren Leitfaden für den Einstieg zusammengestellt.

Anwendbare Steuern

Wenn Ihr Online-Shop Einkünfte erzielt, werden die Behörden Sie wahrscheinlich als einkommensteuerpflichtigen Unternehmer einstufen. In diesem Fall wird Ihr Gewinn aus dem Geschäft besteuert. Für die meisten Dienstleistungen und Produkte müssen Sie Mehrwertsteuer (BTW) zahlen. In den Niederlanden gibt es drei verschiedene Mehrwertsteuersätze. Einige Dienstleistungen und Waren können von der Mehrwertsteuer befreit werden. Die BTW wird den Kunden in Rechnung gestellt und an die Belastingdienst abgeführt. Wenn Ihr Umsatz in einem anderen Mitgliedstaat (MS) der EU einen bestimmten Betrag übersteigt, müssen Sie die Mehrwertsteuer mit dem Satz des jeweiligen Staates berechnen. Sie sind dann auch in diesem Mitgliedstaat mehrwertsteuerpflichtig und müssen Ihr Unternehmen dort ebenfalls registrieren. Die Schwellenwerte für den Fernverkauf sind je nach Land unterschiedlich.

Unternehmer müssen Buch über ihre Geschäftsvorfälle führen. Die gleichen Regeln gelten für Online-Shops. Die Unterlagen müssen bestimmte Anforderungen erfüllen. So müssen Sie die Unterlagen beispielsweise mindestens 7 Jahre lang aufbewahren. Sie müssen auch die Stunden aufzeichnen, die Sie für den Online-Shop arbeiten, wenn Sie einen Unternehmerfreibetrag erhalten möchten.

Transparente Informationen online bereitstellen

Auf Ihrer Website muss die Identität Ihres Unternehmens klar angegeben sein. Sie müssen Ihre Adresse, die Nummer im Handelsregister und die BTW-Nummer angeben. Zudem müssen Sie die Kunden über die Eigenschaften und Preise der angebotenen Produkte, die bevorzugte Zahlungsmethode, den Bestellvorgang, die Garantie, das Rückgaberecht und die Lieferbedingungen informieren.

Sorgen Sie für den Schutz der personenbezogenen Daten Ihrer Kunden

Holen Sie die Erlaubnis ein, bevor Sie Cookies auf den Computern Ihrer Kunden platzieren

Cookies sind kleine Dateien, die Browsereinstellungen auf den PCs Ihrer Kunden speichern. Sie ermöglichen es Ihnen, das Surfverhalten Ihrer Kunden zu verfolgen und gezielte Werbung zu schalten. Sie dürfen Cookies nur mit der Einwilligung Ihrer Kunden verwenden.

Gehen Sie mit den Daten Ihrer Kunden sorgfältig um. Personenbezogene Daten müssen vor Diebstahl, Verlust und Ähnlichem geschützt werden. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Hosting-Anbieter nach den verfügbaren Sicherheitsoptionen. Bieten Sie Ihren Kunden sichere Zahlungsmethoden an. Sichere Zahlungen erfordern eine sichere Internetverbindung, die mit „https“ im URL-Feld Ihres Browsers beginnt.

Schriftliche Bestellbestätigungen

Sie müssen Bestellbestätigungen in schriftlicher Form versenden, einschließlich Ihrer Allgemeinen Geschäftsbedingungen, Garantiebedingungen und Kontaktdaten. Die Kunden müssen diese Informationen spätestens zum Zeitpunkt der Liefererbringung oder Dienstleistungserbringung erhalten.

Regeln für E-Mail-Werbung

Sie dürfen Unternehmen oder Privatpersonen keine Anrufe auf dem Mobiltelefon tätigen oder E-Mails zu Werbezwecken senden, wenn diese Ihnen nicht ausdrücklich ihre Einwilligung erteilt haben.

Regeln für den Verkauf von Alkohol und Tabak

Getränke mit hohem Alkoholgehalt dürfen online nur mit einer Genehmigung oder Lizenz verkauft werden, wie im Gastronomie- und Lizenzgesetz vorgeschrieben. Getränke mit geringem Alkoholgehalt können ohne Lizenz verkauft werden.

Die Niederlande erlauben den Online-Verkauf von Tabakwaren. Sie können Übersichten der von Ihnen angebotenen Tabakprodukte (einschließlich Logos) bereitstellen und Preise auf der Website aufführen. Sie dürfen jedoch keine bestimmten Produkte empfehlen.

Erstellen Sie Ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB)

Es ist ratsam, AGB zu erstellen, um Risiken zu minimieren und Transparenz in Ihren Geschäftsabläufen zu gewährleisten. AGB enthalten Details zu Zahlung, Lieferzeiten, Garantie und Beilegung von Streitigkeiten.

Anforderungen an Produktsicherheit, Kennzeichnung und Verpackung

Endprodukte müssen für die Kunden sicher sein. Daher müssen die in Ihrem Online-Shop angebotenen Produkte bestimmte Anforderungen erfüllen. Prüfen Sie, welche Regeln für Ihr Unternehmen gelten. Auch die Kennzeichnung und Verpackung von Produkten ist geregelt. Im Falle eines Exports muss Ihr Etikett beispielsweise die offizielle Sprache des Ziellandes enthalten.

Wenn Sie planen, einen Online-Shop in den Niederlanden zu gründen, zögern Sie nicht, unsere Spezialisten zu kontaktieren. Sie können Sie bei der Registrierung Ihres niederländischen Unternehmens unterstützen. Sie werden Ihnen weitere Einzelheiten zur Unternehmensregistrierung geben und Sie in den relevanten rechtlichen Angelegenheiten beraten.

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Quellen

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